Mutig bleiben
Mit dem Terrorismus ist es ein wenig wie mit Gott: Eine Glaubenssache. Zumindest in Deutschland. Noch hat sich uns der Terror nicht offenbart - und die Anschläge in Madrid und London liegen schon einige Jahre zurück. So wie die meisten Deutschen nur /irgendwie/ an /irgendeine/ höhere Macht glauben, glauben sie auch nur diffus daran, dass es /irgendwo/ auf der Welt /irgendetwas/ gibt, das Deutschland in die Luft sprengen könnte. Dieser Gefühlszustand sorgt zum einen dafür, dass die Warnung des Innenministers mit gewisser Sorge zur Kenntnis genommen wird, zum anderen aber bleibt die breite Öffentlichkeit doch eher gelassen. Die meisten nehmen es mit Humor. Ich habe keine Angst vor den Terroristen. Ich habe Angst vor dem Glauben. Den ganzen Konjunktiven, dem ganzen diffusen Geschwafel von Freiheit. Sind wir bereit, noch immer lustige Bilder ins Netz zu stellen, wenn der Worst-Case eintritt? Was, wenn aus dem Glauben plötzlich Gewissheit wird? Nur um nicht falsch verstanden zu werden: Weder halte ich ein solches Szenario für Wahrscheinlich, noch will ich eine Lanze brechen für die feuchtesten Träume unserer Innenminister. Solange der Terror aber nur virtuell existiert, ist es leicht, die Freiheit gegen die Sicherheit in Stellung zu bringen. Es kostet uns keinen Mut. Freiheit aber muss im Ausnahmezustand verteidigt werden. www.delecat.de/blog
